Seit einigen Jahren befindet sich ein Justaucorps in unserer Sammlung – im deutschsprachigen Raum auch Rock genannt. Er ist aus einem Theaterfundus zwischen weit jüngeren Kleidern zu uns gekommen. Diese paar Jahre bei uns sind jedoch nur ein kleiner Teil der Geschichte dieses historischen Kleidungsstücks aus den 1790er Jahren. Was heute ein unscheinbares Braun ist, war zu seiner besten Zeit ein kräftiges Rot.
Dies lässt sich unter den Aufschlägen sowie an den Stellen, an denen das Futter etwas beschädigt ist, gut sehen. Wir haben ein Foto retuschiert, um zu sehen wie der Rock einmal in seiner vollen Pracht ausgesehen hat. Auf dem Foto auf der rechten Seite zu sehen:
Beim Stoff handelt es sich um einen Samt mit unterschiedlichem Flor. Dieser wechselt zwischen Rot und Schwarz, sodass ein kariertes Muster entsteht. Im 18. Jahrhundert unterschieden sich die Kleidungsteile von Armen und Reichen nur wenig durch die Herstellungsart, sondern vielmehr anhand der verwendeten Stoffe. Letztere machten einen grösseren Teil der Gesamtrechnung aus, da der sogenannte „Macherlohn“ nicht so hoch war.
Dass die Farbe verblichen ist und ein paar wenige Knöpfe fehlen, lässt sich nicht mehr ändern. Was wir jedoch für all unsere Textilien – sei es im Verleih oder in der Sammlung – tun können, ist diese vor Sonnen- und sonstigem schädlichen Licht zu schützen. So sind unsere Schränke nur geöffnet, wenn es gerade sein muss. Wir haben zudem unsere Beleuchtung auf LED umgestellt, welche so gut wie keine UV-Strahlung abgeben.
Auch im Privaten lohnt es sich, Kleidung vor UV-Strahlung beispielsweise durch Sonnenlicht zu schützen. Wer weiss, ob das geliebte Kleid in 200 Jahren nicht auch in einer Sammlung landet.