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Uniformen der SBB

Die Bekleidung der Schweizerischen Bundesbahnen wurden seit der Gründung 1902 stetig und auch sehr häufig gewechselt. Wir haben uns in letzter Zeit intensiv mit diesen Uniformen beschäftigt. In den 1950er bis 70er Jahren wurden diverse Uniformen der SBB noch bei uns angefertigt. Heute vermieten wird sie und stellen hin und wieder eine Uniform nach Originalschnitten auf Mass her. Hier möchten wir einen kleinen Überblick geben. 

Nach langem Stöbern in diversen alten Reglementen und Schneideranweisungen konnten wir eine fast vollständige Dokumentation mit Illustrationen über sämtliche Uniformteile der SBB von 1902 bis 1992 erstellen. Dieses Heft mit über 100 Seiten ist eine interne Dokumentation und wird von uns bei Detail-Fragen zu Hilfe gezogen. Hier nun eine kurze Zusammenfassung.

Die SBB Uniform eines KondukteursIm Reglement vom 2. März 1902 wurden die Uniformen der neue gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen detailliert beschrieben. Die Uniformen waren keine Neuerfindungen, sondern wurden mit kleinen Unterschieden von diversen Schweizer Privatbahnen schon früher getragen. Was die SBB von den Privatbahnen unterschied war vor allem die Kokarde mit Schweizerkreuz auf der Mütze.
Die Knöpfe und Abzeichen (gestickt oder aus Metall) waren für die Stationsbeamten golden und für die restlichen, wie beispielsweise Kondukteure oder auch Arbeiter silbern. Spezielles Merkmal der meisten SBB-Uniformen waren die blauen Passepoils, auch Vorstösse genannt. Dies sind dünne Randverzierungen aus Tuch, welche entlang der Nähte angebracht werden. 
Es gab schon seit Beginn die verschiedensten Uniform-Arten: Lange, zweireihige Gehröcke für hohe Stationsbeamte und Zugspersonal, kurze Gehröcke und einreihige Röcke mit Umlegekragen für diverse Arbeiter. Mit Rock ist bei Uniformen nicht etwa der Damenrock gemeint, sondern der Uniformrock, also das was man heute auch Veston nennt. Die Kragen der Röcke wurden mit Sternen und Flügelrädern verziert um die Funktion und den Grad des Trägers zu zeigen. Als Schutz der Uniform wurden zum Arbeiten lange blaue Leinenblusen getragen. 1902 sind im Reglement 10 verschieden Mäntel beschrieben, dies lässt erkennen wie wichtig es schien die einzelnen Funktionen von einander zu unterscheiden.

Die Uniform eines Zugführers der SBB in den 60er JahrenIn den dreissiger Jahren wurden die Zweireiher nach und nach durch Blusen ersetzt, welche ähnlich denen des Schweizer Militärs waren. Es folgten einige kleine Änderungen wie zum Beispiel neue Mützenstickereien für die hohen Stationsbeamten. Die nächste grosse Änderung erfolgt jedoch in den 50er Jahren, als man Vestons mit Reverskragen und Kunststoffknöpfen mit Schweizerkreuz und Flügelrad einführte. Da nun das Hemd sichtbar war, wurde dieses zusammen mit einer dunkelblauen Krawatte von der SBB ausgegeben. Auch hier folgte man dem Militär, welches mit der Ordonnanz 1949 Reverskragen für alle Vestons einführte. Bei der SBB gab es zwei Modelle; den normalen Reverskragen sowie einen Kragen für Arbeiter, welchen man offen oder geschlossen Tragen konnte.
Ende der 50er Jahre führte man auch für die weiblichen Angestellten einige Kleiddungsstücke eine. Bis dahin hatten Sie nur Mantel und Hut erhalten. Zu Beginn der 60er Jahre bekam die Mütze einige kleine Änderungen; Die Stickereien wurden neu gestaltet und es das Flügelrad, welches seit dem 19. Jahrhundert die Hüte geziert hat wurde etwas modernisiert und vereinfacht.Die Uniform eines SBB Bahnhofvorstands in den 70er JahrenZu Beginn der 70er Jahre wurde die Uniformierung vereinfacht. Es gab nur noch zwei Arten von Vestons; dunkelblaue und dunkelgraue. Die Gradabzeichen auf dem Revers vielen weg und so blieb auf der Uniform nur noch ein Flügelrad aus Kunststoff, welches in verschiedenen Farben existierte. Einzige Ausnahmen bildeten der hellblaue Veston für männliches Schalterpersonal sowie der bordeauxrote Zweiteiler für weibliches Betriebspersonal. Gegen Ende der 70er Jahre wurde das Logo der SBB geändert. Das Schweizerkreuz mit Pfeilen wurde ab dann auch bei allen Neuanfertigungen auf den Mützen und den Uniformen angebracht.

Ab diesem Zeitpunkt wurde aus der Uniform immer mehr ein Berufskleid, welches der zivilen Mode sehr nahe stand. So wurde 1992 die Mützentragpflicht abgeschafft und ein Veston eingeführt, welcher ohne das Funktionsschild auf der Brust nicht von einem normalen Veston zu unterscheiden ist.

Diesem Trend wird nun aktuell wieder etwas entgegen gewirkt. Die neuste Uniform welche im Dezember 2016 ausgeteilt wird, hat ein rotes Revers, damit man die SBB-Mitarbeitenden auf den ersten Blick von normalen Veston-Trägern unterscheiden kann.

Hier ein Video mit den wichtigsten Änderungen. Die Illustrationen wurden der oben erwähnten internen Dokumentation entnommen.
Von links nach rechts: Baudienstarbeiter, Kondukteur und Bahnhofinspektor. 



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