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Museum der Jurassischen Truppen

Unter dem Namen "Espace muséal des troupes jurassiennes" wird bis voraussichtlich 2020 eine neue Ausstellung im Museum von St. Imier aufgebaut. Es wird die bewegte Geschichte der Fusstruppen des Berner Juras zeigen. Dank dem grossen Engagement von Walter von Känel werden rund 29 Soldaten gezeigt: vorwiegend Infanteristen ab dem 14. Jahrhundert bis heute, die mit dem Gebiet des heutigen Kanton Juras verbunden sind.
mehr zum Projekt

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das letzte Jahr

Dieses Jahr soll - wenn die Corona-Bestimmungen es zulassen - das Museum eröffnet werden. Damit das auch klappt, fehlen nur noch wenige Einzelteile. Einige davon sind nun fertig geworden:

1712 La Neuveville

Der frühste Justaucorps in der Reihe der Figuren ist nun fertig. Die roten Aufschläge sind das einzige was diesen Milizsoldaten - neben der Bewaffnung - als solchen kennzeichnet. Der Schnitt war in der Regel für alle Bevölkerungsschichten sehr ähnlich. Da die Arbeit eines Schneiders nicht sehr viel kostete, waren vor allem die verwendeten Materialen bei den Wohlhabenden hochwertiger. Hier handelt es sich um einen gut situierten Bauern, der es sich nicht nehmen lies viele Knöpfe und zahlreiche falsche Knopflöcher zu verwenden. "Falsche" Knopflöcher haben keine Öffnung durch welche ein Knopf geknöpft werden könnte. Sie dienen nur der Dekoration. Hier sind sowohl die Knopflöcher der Taschenpatten sowie des Rückenschlitzes falsch.

Auf dem 2. Bild ist der heruntergeklappte Aufschlag zu sehen. Auf diese Weise konnte man die Hände etwas vor Kälte schützen.
Das 3. Bild zeigt den nun fertigen Gurt mit Aufhängung für Degen und Aufsteckbajonett.

  • 1712_1_Justaucorps
  • 1712_1_Justaucorps_Aufschlaege
  • 1712_1_Justaucorps_Detail
  • 1712_2_Degengehaenge

1776 Moutier Bajonettgurt

Als bei vielen europäischen Infanteristen der Säbel abgeschafft wurde, wurde das Bajonett entweder wie bisher am Bandelier aufgehängt, oder aber an einem Gurt. Für den Milizsoldaten aus Moutier haben wir solch einen Gurt gefertigt.
Auf dem ersten Bild wird der Halter genäht, auf dem 2. wird die Position bestimmt. Auf dem letzten Bild ist der fertige Gurt zu sehen. Er wird im Gegensatz zum meisten anderen Lederzeug aus Büffelleder so bleiben. Das Lederzeug wurde in der Schweiz meist erst einige Jahr später mit verschiedenen Rezepturen geweisselt.

  • 1776_1_Sattlerarbeiten
  • 1776_2_Positionierung
  • 1776_3_Bajonettgurt

1792 Biel Krawatte und Gamaschen

Auf zahlreichen Bildern von Franz Feyerabend sind Bieler Soldaten und Offiziere zu sehen. Darauf sieht man teiweise die schwarze Krawatte mit dem Hemd welches darüber gelegt ist sowie die mittellangen Gamaschen.

Auf dem letzten Bild ist der Soldat fast fertig, jedoch noch ohne das Lederzeug zu sehen.

  • 1792_1_Krawatte
  • 1792_2_Krawatte
  • 1792_3_Gamaschen
  • 1792_4_ganze_Figur

1820 Bern

Eine weitere Variante das Bajonett unterzubringen, war am Riemen der Patronentasche. Hier ist die Patronentasche sowie der Riemen mit Bajonetthalter zu sehen. Das letzte Bild zeigt eine umflochtene Glasflasche mit Wollkordel zum Umhängen. 

  • 1820_1_Giberne
  • 1820_2_Bandelier
  • 1820_3_Flasche

1855 Eidgenössischer Füsilier

1852 wurde neben der Uniform auch die Ausrüstung vereinheitlicht. Die davor verwendeten kantonalen Ausrüstungsgegenstände wurde noch viele Jahre über die Ordonnanz 1852 hinaus weiter getragen. Unser Füsilier aus dem Jahr 1855 trägt jedoch die Ausrüstung nach den neusten Bestimmungen. 

Das Bajonett ist nun direkt am Kasten der Patronentasche untergebracht. Am Bandelier der Patronentasche wurde nun jedoch ein sogenanntes Kapseltäschchen angebracht. Es nahm die für das neue Perkussionsgewehr notwendigen Zündhütchen auf. Das Fell im inneren verhinderte dass Inhalt herausspringen konnte. Daneben ist eine kleine Schlaufe angebracht, in welche die Zündnadel gesteckt wurde.

Die nächsten Bilder zeigen den Tschako nach Ordonnanz 1852, wegen seiner Form auch Zigerstock genannt. Bis auf Ganse und Kokarde wurde alles rekonstruiert. 

  • 1852_1_Kapseltasche
  • 1852_2_Patronentaschenriemen
  • 1852_3_Tschako_Zigerstock
  • 1852_4_Tschako_Zigerstock_2

letzte Arbeiten für's Jahr

Spiesser 1530

Der Reisläufer der Renaissance ist nun weit vorangeschritten. Die Bekleidung der schweizer Reisläufer und der deutschen Landsknechte zeigte nur kleine Unterschiede auf, so dass heute oft vergessen geht, dass sie früher verfeindet waren.

Die Bilder zeigen einige Stadien der Entstehung. Zu sehen sind auch die Ledernesteln aus Büffelleder, mit welchen der Wams geschlossen und mit der Hose verknüpft wird. Auf dem letzten Bild ist die fast fertige Gewandung mit der für die Renaissance typischen Schamkapsel zu sehen.

  • 1530_1a
  • 1530_1b
  • 1530_2a
  • 1530_2b
  • 1530_3_Handarbeit
  • 1530_4_Nesteln
  • 1530_5_Schamkapsel

La Neuveville 1712

Dieser barocke Milizsoldat ist das zweitletzte Kostüm welches noch hergestellt werden muss. Hose und die handgestrickten Strümpfe sind bereits fertig. Das Gilet ist fast fertig und es fehlt nun nur noch der Rock. Hier ist der erste Probe-Schnitt aus einem Teststoff zu sehen.  
Der Rock hat weite Schösse mit viel Stoff und kurze Ärmel mit grossen Aufschlägen. Während der Rock später hellbraun wird, sind die Aufschläge rot. Die roten Aufschläge sind das einzige was für diesen Soldat belegt sind. Der Stoff dafür wurde dem Mann möglicherweise zur Verfügung gestellt.

  • 1712_01_Struempfe
  • 1712_02_Knoepfe
  • 1712_03_Gilet
  • 1712_04_Aufschlaege

Moutier 1776

Diese Figur ist nun bereit für den Aufbau. Am Justaucorps, damals einfach Rock genannt, wurden als Abschluss noch die mit Stoff überzogenen Holzknöpfe angenäht. Hose, Gilet und Rock sind zwar keine Uniformteile, wurden jedoch für den katholischen Teil des Bezirks zur Huldigung vor dem Bischof 1776 in Delémont vorgeschrieben. Dies, weil sie der gängigen Tracht entsprachen. Neben den wenigen schriftlichen Quellen zur dieser Bekleidung haben wir uns an Bildern von einfacher Landbevölkerung aus der ganzen Schweiz orientiert.

  • 1776_Moutier_01
  • 1776_Moutier_02
  • 1776_Moutier_03
  • 1776_Moutier_04

Figurenaufbau der Figur 1918

Anhand der Figur eines Soldaten am Ende des 1. Weltkrieges zeigen wir hier den Aufbau der Figuren. Auch wenn jede Figur eine Position hat die zu Ihrer Zeit passt und verschiedene Dinge gehalten werden sollen, ist das Vorgehen dasselbe.

  • Figurenaufbau_1918_01
  • Figurenaufbau_1918_02
  • Figurenaufbau_1918_03
  • Figurenaufbau_1918_04
  • Figurenaufbau_1918_04b
  • Figurenaufbau_1918_05
  • Figurenaufbau_1918_06
  • Figurenaufbau_1918_07
  • Figurenaufbau_1918_08
  • Figurenaufbau_1918_09


  • das Mannequin wir mit Schuhen grob ausgerichtet.
  • wenn nötig wird ein Bein am Oberschenkel aufgetrennt, gedreht und wieder verschraubt.
  • nachdem der Oberkörper ausgerichtet ist, werden die einzelnen Teile miteinander verschraubt. Zum Schutz der Schuhe dient ein einfacher Überzug mit Klettverschluss.
  • eine Strumpfhose wird angezogen. Sie dient einerseits dem Schutz der Kleidung vor den scharfen Kanten und Schrauben. Andererseits kann darin das Polstermaterial - in diesem Fall Ethafoam - befestigt werden. Darüber wird nun bereits die Hose angezogen.
  • Die Stumpfhose wird mit einem stabilen Polyesterfaden über die Schultern fixiert. Die Arme werden grob in die richtige Position gebracht. 
  • zur Kontrolle werden nun auch die Oberbekleidung und die wichtigsten Utensilien angezogen. Wenn nötig kann so noch mehr Material in die Strumpfhose oder darüber angebracht werden.
  • die Hände werden erhitzt, in die richtige Position gedrückt und wieder abgekühlt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Finger später kaum noch bewegt werden können. Sind sie zu enganliegend, kann das Objekt nicht mehr eingeführt werden.
  • wenn alles sitzt, werden die Schrauben und Muttern der Arme angezogen.
  • der Arm wird entfernt und wiederum mit Ethafoam umwickelt um ihm eine natürliche Form zu geben.
  • nun muss lediglich noch das Schulterloch mit Watte gestopft werden. Der Rest kann bei der definitiven Aufstellung drapiert werden.

 

 

ein fleissiger November

Mittlerweile sind 13 Figuren fertig gestellt, fotografiert und verpackt. Bei der anderen Hälfte wird es auch nicht mehr lange dauern. Hier einige Einblicke in die Arbeit aus diesem Monat:

  • 1550_Aermel
  • 1640_Musketier_1
  • 1640_Musketier_2
  • 1767_Gurt
  • 1812_Mantel_Frankreich_fur_Berner
  • 1914
  • 1918_Bluse


  • Probe des Ärmel für einen Spiessers - einen mit Spiess bewaffneten Krieger - um 1530
  • Aufbauphase des Musketiers um 1640. In der linken Hand wird er eine Musketengabel halten. Damit wurde früher die schwere Luntenschlossmuskete gestützt.
  • dieselbe Figur mit dem kompletten Gepäck
  • Der Bajonettgurt eines französischen Soldaten um 1767. In dieser Epoche trugen die einfachen französischen Infanteriesoldaten bereits keinen Säbel mehr, das Bajonett musste also am Gurt befestigt werden. Später wurde es am Riemen der Patronentasche oder an der Patronentasche selber angehängt.
  • Ein Mantel wir er nach ca. 1820 von vielen europäischen Soldaten getragen wurde. Bei zwei unserer Figuren wird er gerollt auf den Tornister getragen.
  • Der Beginn der modernen Figuren wird im Museum mit dieser Figur begonnen. Es handelt sich um einen Soldaten in der Uniform von 1914. Ab 1917 wurde diese Uniform etwas vereinfacht hergestellt war das typische Erscheinungsbild des Schweizer Soldaten bis weit in den 2. Weltkrieg hinein. Im Gegensatz zur Uniform von 1917 wurde 1914 die Truppengattung - hier grün für Infanterie - mit farbigen Vorstössen, sogenannten Passepoils, hervorgehoben. Später waren diese Passepoils für alle Truppen schwarz.
  • Während die Figur 1914 den Beginn der feldgrauen Uniform zeigt, trägt die Figur 1918 noch die vorherige blaue Uniform. Diese dunkelblaue Bluse wurde auf dem Feld oder beim Exerzieren getragen. Es handelt sich um ein neuwertiges Original aus unserem Bestand.

Spatenfutteral 1881

Auch wenn dieses Futteral simpel aussieht, kamen wir nicht darum herum es nach den alten Plänen neu herzustellen. Die allermeisten Futterale wurden später für eine praktischere Aufhängung mit zusätzlichen Riemen ausgestattet.
Für dieses Modell wurde ein Packriemen mit einem grossen Ring versehen, welcher den Spaten oben am Tornistern festhielt. Unten wurde ein Riemen durchgezogen.

  • Futteral_1
  • Futteral_2
  • Futteral_3
  • Futteral_4

Handbuch mit Objektdetails

Was als Notizdatei angefangen hat, entwickelt sich zu einem umfassenden Handbuch mit Details zu jedem einzelnen ausgestellten Objekt. Das Handbuch wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt im Museum oder bei uns erhältlich sein. Neu angefertigte Teile sind darin mit Quellenangaben, verwendeten Materialen und der Verarbeitungsweise versehen. Bei Originalobjekten sind Reglemente oder sonstige Quelldokumente notiert. Die Bilder geben teilweise einen Einblick in die Entstehung der Objekte - wie auch dieser Blog.

  • Handbuch1
  • Handbuch2
  • Handbuch3
  • Handbuch4

Mehr feldgraues

Im Moment liegen Kleidungsstücke mehrerer Figuren irgendwo zwischen Zuschneidetisch und Nähmaschine oder Nadel und Faden. Was die Herstellung angeht, bleiben nun lediglich noch die Kleider eines Spiessers um 1550 sowie 3 Figuren aus dem 18. Jahrhundert übrig. Da das überschaubar ist, arbeiten wir bei den restlichen Figuren an vielen kleinen Details wie Flaschen, Gewehrriemen oder Gürtel weiter.
Die Hauptarbeit im Moment ist jedoch noch der Abschluss der moderneren, feldgrauen Figuren.

Hier einige aktuelle Bilder:

  • Halbfertige Hose für einen Reisläufer oder Spiesser um 1550. Die Hose bekommt noch eine Schamkapsel und wird am rechten Bein wie angedeutet geschlitzt.

  • Leinen-Gamaschen eines Soldaten des französischen régiment d'Eptingen aus dem Jahr 1767

  • zwei Detailansichten eines Gilets für einen Soldaten aus Moutier 1776 sowie die erste Probe mit dem Justaucorps. Das Gilet ist simpel gearbeitet, es hat lediglich eine funktionierende Tasche und ist ungefüttert.

  • Ein Schweizer Füsilier wie er gegen Ende des 2. Weltkrieges ausgestattet war. Die Figur muss nur noch für das Fotoshooting hergerichtet werden.

  • Damit die Figuren auf stabilen Füssen stehen muss jeweils einer der beiden Schuhe durchbohrt werden damit der Befestigungsdorn in den Fuss gesteckt werden kann.

  • Radfahrermechaniker aus dem Jahr 1945. Die Uniform entspricht der Ordonnanz 1940.

  • Ein Condor Fahrrad aus dem Jahre 1944 mit Mechaniker-Ausrüstung.

  • 1550_Hose
  • 1767_Eptingen_Gamaschen
  • 1776_Gilet
  • 1776_Gilet_2
  • 1776_a_Justaucorps
  • 1945_01_Fuesilier
  • 1945_02_Radfahrer_Schuhe
  • 1945_04_Radfahrer_Uniform
  • 1945_05_Radfahrer_mit_Rad

Patrontasche 1875

Die Figur eines Soldaten aus dem Jahr 1885 trägt die "Patrontasche" 1875. Von diesen Taschen sind nur noch wenige vorhanden, da diese später umgebaut wurden; es wurden aussen Stoffschlaufen angebracht, innen eine Holztreppe eingeschraubt und hinten eine Schnalle angenäht. Das erste Bild zeigt die umgebaute Tasche. Für unsere Figur haben wir die Tasche wieder zurück gebaut. Dafür mussten Vorder- und Hinterteil neu gemacht werden, der Rest (auf Bild 2 zu sehen) konnte jedoch beibehalten werden.

  • 01_umgebaute_Patronentasche
  • 02_zerlegte_Patronentasche
  • 03_1875_Patronentasche
  • 04_geoffnete_Patronentasche
  • 05_fertige_Patronentasche

10 Figuren fertig

10 der Figuren sind nun von allen Seiten von einem Fotografen abgelichtet, sicher in den Transportkisten verstaut und bereit für den Transport. Wenn alle 15 Transportkisten gefüllt sind, wird der erste Transport stattfinden, die Figuren werden vor Ort aufgebaut und die Kisten kommen wieder zurück nach Aesch wo die nächsten Figuren vorbereitet werden.

Beim ersten Transport kommen hauptsächlich Figuren welche jünger als 120 Jahre sind. Trotzdem geht es bei uns auch mit den älteren Figuren weiter, da diese aufwendig hergestellt werden müssen. Zwei davon sind nun kurz vor der Fertigstellung: Ein Hellebardier im Dienste des Basler Bischofs aus dem Jahr 1476 sowie ein Füsilier des Régiment d'Eptingen in Französischen Diensten aus dem Jahr 1770.

  • 1476_Hellebardier
  • 1767_Rgt_Eptingen

Feldgraues

Nach 1914 wurden die Uniformen der Schweizer Armee im sogenannten feldgrau hergestellt. Um einige dieser Uniformen und ihre Nachfolger, rsp. die Mannequins welche sie tragen haben wir uns in den letzten Wochen gekümmert. Die grösste Vitrine im zukünftigen Museum fängt 1914 an und führt in die heutige Zeit. Die meisten dieser Figuren sind nun schon fertig oder kurz davor. Die Figuren werden hier noch im Aufbau gezeigt.

Die folgenden Bilder zeigen Teile der aktuellen Figuren:

  • Die Gebirgsbluse eines Füsiliers gegen Ende des 2. Weltkrieges
  • ein Teil seines Gepäcks
  • ein Füsilier im Jahr 1965 (Ordonnanz 49)
  • ein Tambour im Jahr 1975 in Ausgangsuniform (Ordonnanz 72)
  • einen hoher Unteroffizier im Jahr 2010 mit dem Tenü A
  • 01_Fuesilier_1945
  • 02_Gepaeck_1945
  • 03_Fuesilier_1965
  • 04_Tambour_1975
  • 05_2010

Daneben sind auch einige Einzelstücke der älteren Figuren fertig geworden:

  • die Giberne eines französischen Infanteristen nach dem Reglement von 1767
  • schwarze Tuch-Gamaschen wie sie ein Bieler Milizsoldat Ende 18. Jahrhundert trug. Grösstenteils von Hand genäht.
  • rekonstruierte Schnallen mit Hilfstragriemen um den Tornister 1875 mit dem Gürtel zu verbinden.
  • Tornister eines berner Infanteristen um 1830, es fehlt nur noch das "Weisseln" der Riemen. Die beiden Seitentaschen sind eine berner Eigenheit. 1825 und 1829 wurde dieser "Habersack" relativ ausführlich und mit vielen Massen beschrieben. Da aber kein Original mehr vorhanden zu sein scheint und wenig Bildmaterial vorhanden ist, mussten wir beispielsweise die Seitentaschen im Rahmen der Masse selber gestalten. Früher stand dafür im Zeughaus ein Modell zur Verfügung, nach welchem die Sattler den Tornister zu fertigen hatten.
    Auf dem ersten Bild ist der Tornister geöffnet zu sehen, so dass der Innendeckel zum Vorschein kommt.
  • 01_1767_Giberne
  • 02_1792_Gamaschen
  • 03_Hilfstragriemen
  • 04_Tornister_Bern
  • 05_Tornister_Bern

15. bis 18. Jahrhundert

Auch wenn unser Betrieb im Moment nur reduziert geöffnet ist, arbeiten wir wann immer möglich an der Herstellung von Einzelteilen.

Im Moment sind dies folgende Stücke:

  • Rote Jacke für einen Krieger des Fürstbistums Basel. Die Quelle von 1474 spricht lediglich von einer roten Jacke, so dass wir hier im Schnitt nach der Zeit gegangen sind und diverse weitere Quellen mit einbezogen haben. 
    Das erste Bild zeigt die ungefütterte Jacke in der Anprobe. Auf dem zweiten ist sie gefüttert. Es fehlt nur noch das Wappen auf dem linken Arm.
  • Ein genieteter Gurt nach einer Quelle von 1707 welcher Säbel und Bajonett aufnimmt. Der Bajonetthalter fehlt - ebenso wie das Spundbajonett - noch.
  • Ein weiterer, etwas jüngerer Gurt, für die Figur aus dem Jahre 1740. 
  • Gilet und Hose nach französischen Vorgaben von 1767 für einen Schweizer in Fremden Diensten.
  • Probeschnitt des Rocks zum Soldaten 1767. Nun können wir noch einige Details anpassen und die Passgenauigkeit verbessern. Wenn das gemacht ist, wird der Rock im endgültigen krapproten Stoff genäht. Dieser rote Stoff zusammen mit den weissen Aufschlägen und Revers wird ihn als Soldaten des französischen Regiments von Eptingen kennzeichnen.
  • 1476_rote_Jacke_1
  • 1476_rote_Jacke_2_gefuettert
  • 1712_Gurt_Einzelteile
  • 1712_Gurt_genietet
  • 1740_Gurt
  • 1767_Gilet_Regiment_Eptingen
  • 1767_Hose_Regiment_Eptingen
  • 1767_Moulure

Frühe Giberne um 1740

Ein besonders schönes Stück ist diese Tasche geworden. Sie wird den Soldaten aus Delémont im Jahre 1740 zieren.
Sie ist aus vegetabil gegerbtem, naturbraunen Leder komplett handgenäht. Wir haben uns dabei an einem seltenen Original im französischen Armeemuseum orientiert.
Der Riemen wird auch noch dunkelbraun eingefärbt.

  • 1740_Giberne_1_erste_Naht
  • 1740_Giberne_2_Einzelteile
  • 1740_Giberne_3
  • 1740_Giberne_4
  • 1740_Giberne_5_Deckel-Einfass
  • 1740_Giberne_6
  • 1740_Giberne_7_Seitenansicht
  • 1740_Giberne_8_Innenansicht

Pulverflasche und Taschen

Da unser Betrieb aufgrund des Corona-Viruses auf Sparflamme läuft, haben wir in Heimarbeit an aufwendigen Rekonstruktionen gearbeitet. 

Pulverflasche um 1700

Diese Flasche wird von der Figur eines Soldaten aus La Neuveville 1712 getragen. Die Flasche besteht aus einem geschnitzten Holzkorpus welcher mit Leder überzogen ist. Damit wurde das Schiesspulver in den Lauf gelehrt. Im Gegensatz zu aufwendigeren Modellen wurde bei dieser simplen Flasche mal mehr und mal weniger Pulver geladen. Dies war nicht ungefährlich.

  • 01_grob_geschnittene_Flaschenteile
  • 02_fertig_geschliffene_Teile
  • 03_ausgehoehlte_Teile
  • 04_Leder_ueber_Holzform
  • 05_der_Zapfen
  • 06_fertige_Pulverflasche

Tasche um 1700

Ebenfalls für die Figur 1712 haben wir diese Ledertasche handgefertigt. Der Deckel ist mit einem heissen Eisen - heute ein Lötkolben - gemustert. Dies diente nicht nur der Dekoration, sondern mache das Leder steifer. So konnte man aus dem nicht so dicken Kalbsleder eine stabile Tasche machen. In der Tasche wurden Kugeln und sonstiges Schiesszeug aufbewahrt.

  • 1712_Tasche_-_1
  • 1712_Tasche_-_2
  • 1712_Tasche_-_3
  • 1712_Tasche_-_4

Umhängetornister

Der Bieler Miliz Soldat aus dem Jahr 1792 wird einen Umhängetornister tragen. Da wir kein Schweizer Original finden konnten, haben wir uns an den Massen und den Details eines preussischen Modells bedient. Die ungefütterte Kalbsfelltasche ist an den Kanten mit ledernem Passepoile eingefasst, so dass sie stabil und auch robust ist.

  • 01_Kalbsfell
  • 02_zugeschnittene_Teile
  • 03_erste_Naht
  • 04_zweite_Naht
  • 05_vor_dem_Umdrehen
  • 07_fertiger_Tornister
  • 08_offener_Tornister

Einzelteile

Zudem sind einige weitere Teile fertig geworden:

  • Beil und Dolch für die Figur um 1350
  • Die Hose für den Krieger von 1476 ist nun fertig und hier mit Nesteln am Doublet befestigt.
  • Barocker Schnallenschuh aus dem frühen 18. Jahrhundert
  • Schuh nach eidg. Ordonnanz 1883. Dieser Schuh wird noch gefettet und wird daher noch einiges dunkler.
  • Marschschuh nach eidg. Ordonnanz 1908. Auch dieser Schuh ist noch im Rohzustand.
  • 01_Beil_zur_Figur_1350
  • 02_Baselard_Dolch
  • 02b_Hose_mit_Nesteln
  • 03_Barocker_Schuh
  • 04_Marschschuh_1883
  • 05_Marschschuh_1883_mit_Beschlag
  • 06_Marschschuh_1908_mit_Muggerbeschlag
  • 07_Marschschuh_1908

Diverses

Einige weitere Teile von verschiedenen Figuren sind nun fertig geworden. Daneben sind 6 der modernsten Figuren nun komplett aufgebaut, professionell fotografiert und in den Transportkisten verstaut. Einige Fotos davon:

  • ein Eisenhut aus der Mitte des 14. Jahrhundert
  • die nächsten drei Bilder zeigen verschieden Gürtel, welche bei den ersten beiden Figuren zum Einsatz kommen. 
  • ein Schaller wie er bei der Murtenschlacht 1476 wohl im Einsatz war.
  • ein Leinenkragen für den Musketier aus dem Jahr 1640.
  • der Soldat aus dem Villmergerkrieg 1712 wird mit einer Lederflasche bestückt.
  • ein Säbel für die Figur 1740.
  • bei der Hose für den Infanteristen nach Ordonnanz 1852 haben wir uns an die spärlichen Informationen aus dem Reglement gehalten. So haben wir versucht eine möglichst realistische Hose aus dieser Zeit zu rekonstruieren.
  • Zwilchgamaschen für den Soldaten nach Ordonnanz 1861. Wir haben die Knöpfe, Haken, Schnallen und Lederteile von Originalen verwendet.
  • der Dragoner aus dem Jahr 1965 besteht aus Originalteilen. Im ersten Bild ist er fertig aufgebaut zu sehen. Im nächsten ist er bereits schon in der Transportbox untergebracht. 
  • Boxen von fertigen Figuren. Diese warten darauf bis das Lokal bezogen werden kann und wir mit dem Aufbau beginnen können.
  • 1350_Eisenhut
  • 1350_Guertel
  • 1476_Guertel_13mm
  • 1476_Guertel_20mm
  • 1476_Schaller
  • 1640_Kragen
  • 1712_Lederflasche
  • 1740_Saebel
  • 1852_Hose
  • 1861_Gamaschen
  • 1965_Dragoner
  • 1965_Dragoner_Box
  • Boxen

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