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Museum der Jurassischen Truppen

Unter dem Namen "Espace muséal des troupes jurassiennes" wird bis voraussichtlich September 2021 eine neue Ausstellung im Museum von St. Imier aufgebaut. Es wird die bewegte Geschichte der Fusstruppen des Berner Juras zeigen. Dank dem grossen Engagement von Walter von Känel werden rund 29 Soldaten gezeigt: vorwiegend Infanteristen ab dem 14. Jahrhundert bis heute, die mit dem Gebiet des heutigen Kanton Juras verbunden sind.
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Aufbau und Fotoshooting

Die Eröffnung des Espace Museal in St-Imier ist für Ende September geplant. Wir sind noch gut im Zeitplan und haben heute gerade drei weitere Figuren abgelichtet - bleiben nur noch drei. Vor Ort in St-Imier geht es auch gut voran, die Inneneinrichtung ist so gut wie abgeschlossen und die längste Vitrine welche die Figuren 1900 bis 1995 zeigt ist zu 99% fertig.

  • Shooting_1530_01_Figur
  • Shooting_1530_02_Spiess
  • Shooting_1712_1735
  • Vitrine_1
  • Vitrine_2
  • Die ersten beiden Bilder zeigen die fertige Figur eines Spiessers im Jahr 1530. Da sein Spiess eine Länge von 5 Metern hat, konnte die ganze Figur nicht am Stück fotografiert werden. Zudem glänzt die Rüstung stark und durch die Spiegelung wird das ganze Umfeld abgebildet. Wir haben daher den Raum mit Stoff eingekleidet und je nach Bedarf auch den Boden zugedeckt, so dass die Spiegelungen natürlich aussehen, aber keine Objekte aus dem Umfeld zu erkennen sind. Ausser natürlich die eigenen Arme oder Waffen. Den langen Spiess haben wir für die Aufnahme mit einem halben ersetzt und den Spiess separat fotografiert. Dieser wird für das fertige Foto eingesetzt.
  • Das dritte Foto zeigt die fertigen Figuren Angangs 18. Jahrhundert; ein Milizsoldat aus La Neuveville im 2. Villmergerkrieg 1712 und einen Soldaten der Pruntrutter Infanterie Compagnie 1735.
  • Die zwei weiteren Fotos zeigen die fast fertig eingerichtete Vitrine in St-Imier. Wir können es kaum erwarten die Bodenabdeckungen zu entfernen und die fertige Ausstellung zu betrachten.

3 weitere Figuren

Es geht nun schnell voran. Wir arbeiten am Aufbau von drei weiteren Figuren. Danach sind es lediglich noch 3 weitere.
Hier einige Fotos der fast kompletten Figuren:

1530 Spiesser

Dem Spiesser aus der Renaissance fehlt noch die Bewaffnung sowie die Sturmhaube. Man bekommt aber schon ein gutes Bild wie prächtig diese Figur aussehen wird. Die Gewandung ist hauptsächlich von Gemälden von Schweizer Reisläufern inspiriert.

  • 1530_01_Reislaeufer_Wams
  • 1530_02_Wams_geoeffnet
  • 1530_03_Hose_mit_Schamkapsel
  • 1530_04_mit_Harnisch
  • 1530_05_mit_Harnisch
  • Wams mit geschlitzten Ärmeln, auf dem 2. Bild geöffnet zu sehen.
  • die Hose hat eine prominente Schamkapsel. Während das rechte Bein aus rotem und weissem Wolltuch genäht sind, ist das linke Bein nur aus rotem Tuch, lässt jedoch einen weissen Leinenstoff durch die Schlitze hervortreten.
  • die beiden letzten Bilder zeigen den über den Wams getragenen Harnisch

1712 La Neuveville

Als Teilnehmer des 2. Villmergerkriegs dürften die Milizen von La Neuveville ungefähr so ausgesehen haben. Es handelt sich noch nicht um eine vorgeschriebene Uniform, lediglich die roten Aufschläge sind in einem Brief erwähnt. Daher sind Schnitt und Aussehen eine Vermutung im Stil der Zeit.

  • 1712_01_Hose
  • 1712_02_Hose_hinten
  • 1712_03_Strumpfband
  • 1712_04_Gilet
  • 1712_05_Gilet_Seite
  • 1712_06_Gilet_Detail
  • 1712_07_Ganze_Figur
  • 1712_08_Ganze_Figur
  • Die ersten Bilder zeigen die Leinenhose. Der Schnitt ist sehr einfach, die Hose wird vorne lediglich mit einem Knopf geschlossen und hinten mit zwei Bändeln zusammengehalten. Beim Knie wird sie mit Bändern geschlossen.
  • Das Gilet aus braunem Wollstoff hat viel Knöpfe, wird aber nur bis zur Taille geschlossen.
  • Die letzen beiden Bilder zeigen Figur mit Ihrer Ausrüstung. Das Gewehr wird später über die Schulter getragen und der Hut noch etwas geformt.

1776 Moutier

Auch hier handelt es sich nicht um eine Uniform im eigentlichen Sinne. Im Rahmen der Huldigung vor dem Bischof wurde jedoch den reformierten Milizsoldaten von Moutier nahegelegt, sie sollen in braunen oder grauen Röcken mit rotem Gilet antreten. Dies entsprach der gängigen Tracht dieser Zeit und erforderte nicht die Anschaffung von speziellen Uniformen. 
Diese Figur wird den Hut zum Gruss heben. Dadurch ist die Zipfelmütze gut sichtbar, welche von der Landbevölkerung oft getragen wurde. Der Gurt unter dem Rock hält das Bajonett.

  • 1776_Miliz_Moutier

Beginn des Aufbaus

Diesen Monat ist viel passiert. 23 fertige Figuren haben wir in 3 Fahrten nach St-Imier transportiert und dort teilweise aufgebaut. Somit sind die Figuren von 1792 bis 1995 so gut wie abgeschlossen. 

Die 3 neusten fertigen Figuren sind ein Soldat in Französischen Diensten von 1770, ein Füsilier aus dem Jahr 1885 und sein Nachfolger von 1900.

  • Auf dem ersten Bild sind sie alle zusammen zu sehen. Die beiden hinteren Figuren noch ohne Ihre Waffen.
  • Auf dem 2. Bild ist der Rock von 1770 zu sehen. Durch seine rote Farbe ist er als Soldat in Französischen Diensten zu erkennen. Die weissen Ärmelaufschläge, Rabatten sowie die Anordnung der Knöpfe zeigen die Zugehörigkeit zum Regiment Eptingen. Die Mannschaft dieses Regiment wurde hauptsächlich aus der Region des heutigen Juras eingezogen.
  • Der selbe Rock sieht hier doch ziemlich anders aus; Die Rabatten sind übereinander geschlossen, der eine Ärmelaufschlag herunter gelassen und die Schösse sind nicht eingehängt.
  • Die nächsten beiden Bilder zeigen das Gepäck des Füsiliers aus dem Jahr 1885, welcher mit dem Vetterli-Gewehr ausgestattet ist.
  • Das Gepäck der Ordonnanz 1898 ist auf den beiden letzten Bilder zu sehen. Bis auf die Patronenschlaufen auf der Brust wurde diese Art von Gepäck noch viele Jahrzehnte in nur leicht abgeänderter Version getragen.
  • 01_neue_Figuren
  • 02_1770_Regiment_Eptingen
  • 03_1770_Regiment_Eptingen
  • 04_Figur_1885
  • 05_Figur_1885
  • 06_1900_Packung_1
  • 07_1900_Packung_2

Im Museum sieht es nun schon sehr belebt aus. Einige Impressionen vom Aufbau:

  • Anfahrt und Ausladen der Transportkisten
  • Auf dem 3. Bild sind die Figuren noch im schützenden Plastik grob an ihrem Platz eingeordnet.
  • Die länngste Vitrine beginnt 1900 und geht bis 1995. Sie ist auf dem 5. Bild zu sehen.
  • Die Vitrine mit den Figuren 1812 bis 1885 ist noch nicht ganz fertig gestellt. Die Figuren sind daher in einer anderen Vitrine zwischengelagert. Das gesellige Zusammensein ist auf Bild 6 zu sehen.
  • 01_Aufbau_vor_Ort
  • 02_Aufbau_vor_Ort
  • 03_Aufbau_vor_Ort
  • 04_Aufbau_vor_Ort_1939
  • 05_volle_Vitrine
  • 06_volle_Vitrine_2

 

weitere Fortschritte

Um alle Regionen und wichtigen Epochen des Juras zu repräsentieren, wurde noch eine Figur hinzugefügt. Somit sind es nun 30 an der Zahl. Davon haben wir mittlerweile 21 Figuren fertig gestellt, fotografiert und in die Transportkisten verpackt. Im April erfolgt der erste Transport nach St-Imier mit einigen der Figuren.
Da die fertigen Fotos noch nicht veröffentlicht werden sollen zeigen wir hier wieder einige Einzelteile. Einen Eindruck kurz vor der Fotosession geben diese Bilder:

  • 1820_Berner_vollstndig
  • Diverse_Figuren

1350

Auch wenn die älteste bisher gefundene Hose eines Reiters rund 3200 Jahr alt ist, wurden noch im 14. Jahrhundert statt einteiligen Hosen vorzugsweise 2 einzelne Beinlinge getragen. Diese wurden entweder an einem separaten Gurt oder wie bei unserer Figur an der Bruche - einer grosszügigen Unterhose - festgebunden.
Unsere Beinlinge sind aus krappgefärbter Wolle, die Bruche aus Leinen.

  • 1350_Beinlinge_1
  • 1350_Beinlinge_2
  • 1350_Bruche

1735 Porrentruy

Diese Figur stellt einen Soldaten der Garnison oder Infanterie Compagnie des Bischof Porrentruy dar. Es ist in unserer Reihe der erste mit einer kompletten Uniform, welche relativ detailiert vorgeschrieben war und auch vom Bischof bezahlt wurde. Briefwechsel und Quittungen zeugen vom Stoffeinkauf, der Fertigung und weiteren Details.

Die Hose aus blauem Tuch, gefüttert mit Leinen ist bereits fertig. Im Gegensatz zu den späteren "Culotte" mit Latz wurde diese vorne mit einem geknöpften Schlitz geknöpft. Diese Schliessart ist im Prinzip nicht viel anders als heutige geknöpfte Hose. Damit man sich trotz der engen Beine gut bewegen und sich vor allem auch setzten konnte, war der Schnitt um das Gesäss weit. Auch die Vorderseite war im Schritt daher eher unansehlich. Da die Gilets jedoch lange waren und den oberen Teil der Hosen komplett verdeckten, war das nicht schlimm. Erst als die Gilets kürzer wurden und mehr von der Hose preisgaben hat sich der vorne flachere Latz durchgesetzt.

Das Gilet ist noch ohne Taschenpatten und die Ärmel sind unfertig. Auf dem letzten Bild ist gut der Unterschiede zwischen den zwei Arten von Knopflöchern zu sehen. Vom Hals auf die Höhe der Taschen sind die Knopflöcher echt, das heisst dass die Knöpfe geschlossen werden können. Darunter sind die Knöpfe und auch die Knopflöcher nur zur Dekoration. Die unteren Knopflöcher sind daher nur gestickt, ohne dass ein Loch durch den Stoff geschnitten wurde.

  • 1735_01_Hose_01
  • 1735_01_Hose_02
  • 1735_01_Hose_03
  • 1735_02_Gilet_01
  • 1735_02_Gilet_02
  • 1735_02_Gilet_03
  • 1735_02_Gilet_04

1852

Den Tornister der eigentlich schon fertig war, haben wir nun noch ein wenig umgebaut. In letzter Minute konnten wir ein Original finden welches wir besichtigen konnten. Es handelt sich dabei nicht nur um ein Original, sondern sogar um ein Muster mit Etikette. Solche Muster konnten sich die Sattler im Zeughause ansehen, damit die Tornister möglichst einheitlich waren. 
Auch bei den Gamaschen konnten wir noch ein paar Gamaschen finden welches der Beschreibung im Reglement entspricht. So haben wir die Riemchen für die oberen 3 Knöpfe nach dieser Art angebracht.
Daneben haben wir für das Bajonett eine Scheide nach einem Original - ebenfalls ein Muster - angefertigt.
Das letzte Bild zeigt das geweisselte Bandelier mit Kapseltasche und der Raumnadel.

  • 1852_01_Tornister-2
  • 1852_01_Tornister-4
  • 1852_01_Tornister-5
  • 1852_02_Gamaschen-1
  • 1852_02_Gamaschen-3
  • 1852_03_Scheide-1
  • 1852_03_Scheide-2
  • 1852_03_Scheide-3
  • 1852_03_Scheide-4
  • 1852_04_Kapseltasche

1970

Auch jüngere Objekte sind nicht immer leicht im Original zu bekommen. So haben wir zwei Verpackungsröhren für Gewehrgranaten rekonstruiert. Während die Röhre selber ein simpler Karton ist, besteht der Deckel aus geprägtem Metall mit Aufkleber. Den Deckel haben wir galvanoplastisch kopiert, geschwärzt und mit einen nachgedruckten Aufkleber versehen.

  • 1970_01
  • 1970_02

 

das letzte Jahr

Dieses Jahr soll - wenn die Corona-Bestimmungen es zulassen - das Museum eröffnet werden. Damit das auch klappt, fehlen nur noch wenige Einzelteile. Einige davon sind nun fertig geworden:

1712 La Neuveville

Der frühste Justaucorps in der Reihe der Figuren ist nun fertig. Die roten Aufschläge sind das einzige was diesen Milizsoldaten - neben der Bewaffnung - als solchen kennzeichnet. Der Schnitt war in der Regel für alle Bevölkerungsschichten sehr ähnlich. Da die Arbeit eines Schneiders nicht sehr viel kostete, waren vor allem die verwendeten Materialen bei den Wohlhabenden hochwertiger. Hier handelt es sich um einen gut situierten Bauern, der es sich nicht nehmen lies viele Knöpfe und zahlreiche falsche Knopflöcher zu verwenden. "Falsche" Knopflöcher haben keine Öffnung durch welche ein Knopf geknöpft werden könnte. Sie dienen nur der Dekoration. Hier sind sowohl die Knopflöcher der Taschenpatten sowie des Rückenschlitzes falsch.

Auf dem 2. Bild ist der heruntergeklappte Aufschlag zu sehen. Auf diese Weise konnte man die Hände etwas vor Kälte schützen.
Das 3. Bild zeigt den nun fertigen Gurt mit Aufhängung für Degen und Aufsteckbajonett.

  • 1712_1_Justaucorps
  • 1712_1_Justaucorps_Aufschlaege
  • 1712_1_Justaucorps_Detail
  • 1712_2_Degengehaenge

1776 Moutier Bajonettgurt

Als bei vielen europäischen Infanteristen der Säbel abgeschafft wurde, wurde das Bajonett entweder wie bisher am Bandelier aufgehängt, oder aber an einem Gurt. Für den Milizsoldaten aus Moutier haben wir solch einen Gurt gefertigt.
Auf dem ersten Bild wird der Halter genäht, auf dem 2. wird die Position bestimmt. Auf dem letzten Bild ist der fertige Gurt zu sehen. Er wird im Gegensatz zum meisten anderen Lederzeug aus Büffelleder so bleiben. Das Lederzeug wurde in der Schweiz meist erst einige Jahr später mit verschiedenen Rezepturen geweisselt.

  • 1776_1_Sattlerarbeiten
  • 1776_2_Positionierung
  • 1776_3_Bajonettgurt

1792 Biel Krawatte und Gamaschen

Auf zahlreichen Bildern von Franz Feyerabend sind Bieler Soldaten und Offiziere zu sehen. Darauf sieht man teiweise die schwarze Krawatte mit dem Hemd welches darüber gelegt ist sowie die mittellangen Gamaschen.

Auf dem letzten Bild ist der Soldat fast fertig, jedoch noch ohne das Lederzeug zu sehen.

  • 1792_1_Krawatte
  • 1792_2_Krawatte
  • 1792_3_Gamaschen
  • 1792_4_ganze_Figur

1820 Bern

Eine weitere Variante das Bajonett unterzubringen, war am Riemen der Patronentasche. Hier ist die Patronentasche sowie der Riemen mit Bajonetthalter zu sehen. Das letzte Bild zeigt eine umflochtene Glasflasche mit Wollkordel zum Umhängen. 

  • 1820_1_Giberne
  • 1820_2_Bandelier
  • 1820_3_Flasche

1855 Eidgenössischer Füsilier

1852 wurde neben der Uniform auch die Ausrüstung vereinheitlicht. Die davor verwendeten kantonalen Ausrüstungsgegenstände wurde noch viele Jahre über die Ordonnanz 1852 hinaus weiter getragen. Unser Füsilier aus dem Jahr 1855 trägt jedoch die Ausrüstung nach den neusten Bestimmungen. 

Das Bajonett ist nun direkt am Kasten der Patronentasche untergebracht. Am Bandelier der Patronentasche wurde nun jedoch ein sogenanntes Kapseltäschchen angebracht. Es nahm die für das neue Perkussionsgewehr notwendigen Zündhütchen auf. Das Fell im inneren verhinderte dass Inhalt herausspringen konnte. Daneben ist eine kleine Schlaufe angebracht, in welche die Zündnadel gesteckt wurde.

Die nächsten Bilder zeigen den Tschako nach Ordonnanz 1852, wegen seiner Form auch Zigerstock genannt. Bis auf Ganse und Kokarde wurde alles rekonstruiert. 

  • 1852_1_Kapseltasche
  • 1852_2_Patronentaschenriemen
  • 1852_3_Tschako_Zigerstock
  • 1852_4_Tschako_Zigerstock_2

letzte Arbeiten für's Jahr

Spiesser 1530

Der Reisläufer der Renaissance ist nun weit vorangeschritten. Die Bekleidung der schweizer Reisläufer und der deutschen Landsknechte zeigte nur kleine Unterschiede auf, so dass heute oft vergessen geht, dass sie früher verfeindet waren.

Die Bilder zeigen einige Stadien der Entstehung. Zu sehen sind auch die Ledernesteln aus Büffelleder, mit welchen der Wams geschlossen und mit der Hose verknüpft wird. Auf dem letzten Bild ist die fast fertige Gewandung mit der für die Renaissance typischen Schamkapsel zu sehen.

  • 1530_1a
  • 1530_1b
  • 1530_2a
  • 1530_2b
  • 1530_3_Handarbeit
  • 1530_4_Nesteln
  • 1530_5_Schamkapsel

La Neuveville 1712

Dieser barocke Milizsoldat ist das zweitletzte Kostüm welches noch hergestellt werden muss. Hose und die handgestrickten Strümpfe sind bereits fertig. Das Gilet ist fast fertig und es fehlt nun nur noch der Rock. Hier ist der erste Probe-Schnitt aus einem Teststoff zu sehen.  
Der Rock hat weite Schösse mit viel Stoff und kurze Ärmel mit grossen Aufschlägen. Während der Rock später hellbraun wird, sind die Aufschläge rot. Die roten Aufschläge sind das einzige was für diesen Soldat belegt sind. Der Stoff dafür wurde dem Mann möglicherweise zur Verfügung gestellt.

  • 1712_01_Struempfe
  • 1712_02_Knoepfe
  • 1712_03_Gilet
  • 1712_04_Aufschlaege

Moutier 1776

Diese Figur ist nun bereit für den Aufbau. Am Justaucorps, damals einfach Rock genannt, wurden als Abschluss noch die mit Stoff überzogenen Holzknöpfe angenäht. Hose, Gilet und Rock sind zwar keine Uniformteile, wurden jedoch für den katholischen Teil des Bezirks zur Huldigung vor dem Bischof 1776 in Delémont vorgeschrieben. Dies, weil sie der gängigen Tracht entsprachen. Neben den wenigen schriftlichen Quellen zur dieser Bekleidung haben wir uns an Bildern von einfacher Landbevölkerung aus der ganzen Schweiz orientiert.

  • 1776_Moutier_01
  • 1776_Moutier_02
  • 1776_Moutier_03
  • 1776_Moutier_04

Figurenaufbau der Figur 1918

Anhand der Figur eines Soldaten am Ende des 1. Weltkrieges zeigen wir hier den Aufbau der Figuren. Auch wenn jede Figur eine Position hat die zu Ihrer Zeit passt und verschiedene Dinge gehalten werden sollen, ist das Vorgehen dasselbe.

  • Figurenaufbau_1918_01
  • Figurenaufbau_1918_02
  • Figurenaufbau_1918_03
  • Figurenaufbau_1918_04
  • Figurenaufbau_1918_04b
  • Figurenaufbau_1918_05
  • Figurenaufbau_1918_06
  • Figurenaufbau_1918_07
  • Figurenaufbau_1918_08
  • Figurenaufbau_1918_09


  • das Mannequin wir mit Schuhen grob ausgerichtet.
  • wenn nötig wird ein Bein am Oberschenkel aufgetrennt, gedreht und wieder verschraubt.
  • nachdem der Oberkörper ausgerichtet ist, werden die einzelnen Teile miteinander verschraubt. Zum Schutz der Schuhe dient ein einfacher Überzug mit Klettverschluss.
  • eine Strumpfhose wird angezogen. Sie dient einerseits dem Schutz der Kleidung vor den scharfen Kanten und Schrauben. Andererseits kann darin das Polstermaterial - in diesem Fall Ethafoam - befestigt werden. Darüber wird nun bereits die Hose angezogen.
  • Die Stumpfhose wird mit einem stabilen Polyesterfaden über die Schultern fixiert. Die Arme werden grob in die richtige Position gebracht. 
  • zur Kontrolle werden nun auch die Oberbekleidung und die wichtigsten Utensilien angezogen. Wenn nötig kann so noch mehr Material in die Strumpfhose oder darüber angebracht werden.
  • die Hände werden erhitzt, in die richtige Position gedrückt und wieder abgekühlt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die Finger später kaum noch bewegt werden können. Sind sie zu enganliegend, kann das Objekt nicht mehr eingeführt werden.
  • wenn alles sitzt, werden die Schrauben und Muttern der Arme angezogen.
  • der Arm wird entfernt und wiederum mit Ethafoam umwickelt um ihm eine natürliche Form zu geben.
  • nun muss lediglich noch das Schulterloch mit Watte gestopft werden. Der Rest kann bei der definitiven Aufstellung drapiert werden.

 

 

ein fleissiger November

Mittlerweile sind 13 Figuren fertig gestellt, fotografiert und verpackt. Bei der anderen Hälfte wird es auch nicht mehr lange dauern. Hier einige Einblicke in die Arbeit aus diesem Monat:

  • 1550_Aermel
  • 1640_Musketier_1
  • 1640_Musketier_2
  • 1767_Gurt
  • 1812_Mantel_Frankreich_fur_Berner
  • 1914
  • 1918_Bluse


  • Probe des Ärmel für einen Spiessers - einen mit Spiess bewaffneten Krieger - um 1530
  • Aufbauphase des Musketiers um 1640. In der linken Hand wird er eine Musketengabel halten. Damit wurde früher die schwere Luntenschlossmuskete gestützt.
  • dieselbe Figur mit dem kompletten Gepäck
  • Der Bajonettgurt eines französischen Soldaten um 1767. In dieser Epoche trugen die einfachen französischen Infanteriesoldaten bereits keinen Säbel mehr, das Bajonett musste also am Gurt befestigt werden. Später wurde es am Riemen der Patronentasche oder an der Patronentasche selber angehängt.
  • Ein Mantel wir er nach ca. 1820 von vielen europäischen Soldaten getragen wurde. Bei zwei unserer Figuren wird er gerollt auf den Tornister getragen.
  • Der Beginn der modernen Figuren wird im Museum mit dieser Figur begonnen. Es handelt sich um einen Soldaten in der Uniform von 1914. Ab 1917 wurde diese Uniform etwas vereinfacht hergestellt war das typische Erscheinungsbild des Schweizer Soldaten bis weit in den 2. Weltkrieg hinein. Im Gegensatz zur Uniform von 1917 wurde 1914 die Truppengattung - hier grün für Infanterie - mit farbigen Vorstössen, sogenannten Passepoils, hervorgehoben. Später waren diese Passepoils für alle Truppen schwarz.
  • Während die Figur 1914 den Beginn der feldgrauen Uniform zeigt, trägt die Figur 1918 noch die vorherige blaue Uniform. Diese dunkelblaue Bluse wurde auf dem Feld oder beim Exerzieren getragen. Es handelt sich um ein neuwertiges Original aus unserem Bestand.

Spatenfutteral 1881

Auch wenn dieses Futteral simpel aussieht, kamen wir nicht darum herum es nach den alten Plänen neu herzustellen. Die allermeisten Futterale wurden später für eine praktischere Aufhängung mit zusätzlichen Riemen ausgestattet.
Für dieses Modell wurde ein Packriemen mit einem grossen Ring versehen, welcher den Spaten oben am Tornistern festhielt. Unten wurde ein Riemen durchgezogen.

  • Futteral_1
  • Futteral_2
  • Futteral_3
  • Futteral_4

Handbuch mit Objektdetails

Was als Notizdatei angefangen hat, entwickelt sich zu einem umfassenden Handbuch mit Details zu jedem einzelnen ausgestellten Objekt. Das Handbuch wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt im Museum oder bei uns erhältlich sein. Neu angefertigte Teile sind darin mit Quellenangaben, verwendeten Materialen und der Verarbeitungsweise versehen. Bei Originalobjekten sind Reglemente oder sonstige Quelldokumente notiert. Die Bilder geben teilweise einen Einblick in die Entstehung der Objekte - wie auch dieser Blog.

  • Handbuch1
  • Handbuch2
  • Handbuch3
  • Handbuch4

Mehr feldgraues

Im Moment liegen Kleidungsstücke mehrerer Figuren irgendwo zwischen Zuschneidetisch und Nähmaschine oder Nadel und Faden. Was die Herstellung angeht, bleiben nun lediglich noch die Kleider eines Spiessers um 1550 sowie 3 Figuren aus dem 18. Jahrhundert übrig. Da das überschaubar ist, arbeiten wir bei den restlichen Figuren an vielen kleinen Details wie Flaschen, Gewehrriemen oder Gürtel weiter.
Die Hauptarbeit im Moment ist jedoch noch der Abschluss der moderneren, feldgrauen Figuren.

Hier einige aktuelle Bilder:

  • Halbfertige Hose für einen Reisläufer oder Spiesser um 1550. Die Hose bekommt noch eine Schamkapsel und wird am rechten Bein wie angedeutet geschlitzt.

  • Leinen-Gamaschen eines Soldaten des französischen régiment d'Eptingen aus dem Jahr 1767

  • zwei Detailansichten eines Gilets für einen Soldaten aus Moutier 1776 sowie die erste Probe mit dem Justaucorps. Das Gilet ist simpel gearbeitet, es hat lediglich eine funktionierende Tasche und ist ungefüttert.

  • Ein Schweizer Füsilier wie er gegen Ende des 2. Weltkrieges ausgestattet war. Die Figur muss nur noch für das Fotoshooting hergerichtet werden.

  • Damit die Figuren auf stabilen Füssen stehen muss jeweils einer der beiden Schuhe durchbohrt werden damit der Befestigungsdorn in den Fuss gesteckt werden kann.

  • Radfahrermechaniker aus dem Jahr 1945. Die Uniform entspricht der Ordonnanz 1940.

  • Ein Condor Fahrrad aus dem Jahre 1944 mit Mechaniker-Ausrüstung.

  • 1550_Hose
  • 1767_Eptingen_Gamaschen
  • 1776_Gilet
  • 1776_Gilet_2
  • 1776_a_Justaucorps
  • 1945_01_Fuesilier
  • 1945_02_Radfahrer_Schuhe
  • 1945_04_Radfahrer_Uniform
  • 1945_05_Radfahrer_mit_Rad

Patrontasche 1875

Die Figur eines Soldaten aus dem Jahr 1885 trägt die "Patrontasche" 1875. Von diesen Taschen sind nur noch wenige vorhanden, da diese später umgebaut wurden; es wurden aussen Stoffschlaufen angebracht, innen eine Holztreppe eingeschraubt und hinten eine Schnalle angenäht. Das erste Bild zeigt die umgebaute Tasche. Für unsere Figur haben wir die Tasche wieder zurück gebaut. Dafür mussten Vorder- und Hinterteil neu gemacht werden, der Rest (auf Bild 2 zu sehen) konnte jedoch beibehalten werden.

  • 01_umgebaute_Patronentasche
  • 02_zerlegte_Patronentasche
  • 03_1875_Patronentasche
  • 04_geoffnete_Patronentasche
  • 05_fertige_Patronentasche

10 Figuren fertig

10 der Figuren sind nun von allen Seiten von einem Fotografen abgelichtet, sicher in den Transportkisten verstaut und bereit für den Transport. Wenn alle 15 Transportkisten gefüllt sind, wird der erste Transport stattfinden, die Figuren werden vor Ort aufgebaut und die Kisten kommen wieder zurück nach Aesch wo die nächsten Figuren vorbereitet werden.

Beim ersten Transport kommen hauptsächlich Figuren welche jünger als 120 Jahre sind. Trotzdem geht es bei uns auch mit den älteren Figuren weiter, da diese aufwendig hergestellt werden müssen. Zwei davon sind nun kurz vor der Fertigstellung: Ein Hellebardier im Dienste des Basler Bischofs aus dem Jahr 1476 sowie ein Füsilier des Régiment d'Eptingen in Französischen Diensten aus dem Jahr 1770.

  • 1476_Hellebardier
  • 1767_Rgt_Eptingen

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