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Museum der Jurassischen Truppen

Unter dem Namen "Espace muséal des troupes jurassiennes" wird bis voraussichtlich 2020 eine neue Ausstellung im Museum von St. Imier aufgebaut. Es wird die bewegte Geschichte der Fusstruppen des Berner Juras zeigen. Dank dem grossen Engagement von Walter von Känel werden rund 29 Soldaten gezeigt: vorwiegend Infanteristen ab dem 15. Jahrhundert bis heute, die mit dem Gebiet des heutigen Kanton Juras verbunden sind.
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Bieler Rock um 1792

Nun ist auch der Justaucorps (auch Rock genannt) für den Bieler Milizsoldaten um 1792 so gut wie fertig. Als Vorlagen dienten hier einige wenige zeitgenössische Zeichnungen von Bielern Milizsoldaten aus dieser Zeit sowie einige Originale aus anderen Regionen welche wir in Museen genauer unter die Lupe nehmen durften. Zudem sind gewisse Details dem erstaunlich umfangreichen Reglement von 1786 aus Frankreich entnommen. Die französischen Uniformen wurden schon damals als Vorlagen verwendet, da zahlreiche Schweizer in französischen Diensten tätig waren und die modernen Uniformen hier Eindruck machten.

  • 01_Bieler
  • 02_Bieler_Detail
  • 03_Arm
  • 04_Schoesse
  • 05_offener_Justaucorps

Auf den Bilder sind einige Details zu erkennen;

  • Rabatten sind fast ausschliesslich bei Uniformen zu finden. Die hier abgebildeten roten Rabatten können geöffnet werden und sollten eigentlich auch übereinander gekreuzt getragen werden können. Dann hätte man eine Zweireiher. Dies war jedoch in dieser Zeit aufgrund des Schnitts vor allem im unteren Bereich kaum noch möglich.
  • Die Ärmel haben auf der Höhe des Ellbogens eine Beule. Diese lässt etwas Raum für Bewegung in dem ansonsten eng geschnittenen Ärmel.
  • Auf den Schössen ist das Wappen von Biel mit gekreuzten Beile zu sehen. Dieses Detail haben wir anhand einer einzigen Zeichnung rekonstruiert.
  • Das letzte Bild zeigt den Rock mit geöffneten Schössen. Auf diese Weise wurden auch die zivilen Röcke getragen. Da die Soldaten jedoch einige rumzutragen hatten, wurden die Schösse hinten mit Haken und Oesen zusammen genommen.

es geht vorwärts

Wir bauen weiterhin hauptsächlich die neueren Figuren auf, um die Lager etwas zu entlasten. Neben einem Füsilier um 1930 ist auch ein Trainsoldat um 1985 angezogen, ausgestopft und fast bereit für's Fotoshooting.

  • 1930_Fuesilier
  • 1985_Trainsoldat

Füsilier Ord. 1861

Die meisten neu hergestellten Teile für den Füsilier 1861 sind fertig geworden, so dass die Figur ebenfalls aufgebaut werden kann. Auf den Bildern ist zu sehen;

  • ziviles Hemd im Schnitt der Zeit
  • weite, blaugraue Hose. Die Hose hat im Vergleich zu Ihrem Vorgänger keinen Latz mehr, sondern einen geknöpften Hosenschlitz. Der Schnitt ist um die Hüfte sehr weit, unten jedoch wieder enger, damit die Hosen in den Gamaschen getragen werden können.
  • Schuhe mit Nägeln. Der linke und der rechte Schuh sind identisch.
  • Tornister 1861. Er ist gem. Reglement baugleich mit dem Tornister 1852, ausser dass das Leder schwarz ist. Auf den Tornister ist die Mantelrolle sowie eine originale Gamelle geschnallt.
  • Bindkrawatte. Sie wird hinten am Hemd eingeknöpft. Im Reglement von 1861 ist die Krawatte nur grob beschrieben. 1875 gab es zum Reglement eine Musterkrawatte welche auch den Vorgaben von 1861 entspricht. Wir haben mangels nachweislich früherer Vorlagen dieses Muster kopiert.
  • Fast vollständige Figur. Neben unseren Rekonstruktionen ist die Figur mit einigen Originalteilen ausgestattet: Perkussionsgewehr, Tschako (mit neuem Pompon ergänzt), Brotsack, Feldflasche, Leibgurt mit Bajonett und Patronentasche.
  • 1861_Hemd
  • 1861_Hose
  • 1861_Nagelschuhe
  • 1861_Tornister_mit_Mantelrolle
  • Bindkrawatte-1
  • Bindkrawatte-2
  • z_1861_Fuesilier_


Weitere Teile an denen wir gerade arbeiten:

  • Doublet und Hose um 1474. Das Oberteil mit gegossenen Knöpfen ist fast fertig. Es fehlen lediglich noch die Löcher, durch welche die Hose angenestelt wird. Die Hose aus kamillegefärbtem Wollstoff wird noch etwas angepasst und dann fertig genäht.
  • Doublet um 1640 mit Handknopflöchern aus Seide und gegossenen Pilzknöpfen
  • Eine Holzfässchen sowie ein Rapierbandelier um 1640. Während wir das Fässchen lediglich etwas umgebaut haben, ist das Bandelier neu angefertigt.
  • Ein Säbel- und Bajonettbandelier für den Bieler Milizsoldaten um 1792. Säbel und Bajonett sowie die Scheiden sind ebenfalls Neuanfertigungen. Das Bandelier wird noch geweisselt, wie dies auch früher gemacht wurde.
  • 1476_Doublet_Detail
  • 1476_Doublet_und_Hose
  • 1640_Doublet
  • 1640_Flasche
  • 1640_Rapierbandelier
  • 1792_Saebel-_und_Bajonettbandelier

 

 

Blankwaffen und sonstiges

Neben einem Kettenkragen sind gleich eine ganze Reihe Schwerter und Dolche fertig geworden. Für die Figur um 1476 ein sogenannter Schweizerdegen und ein früher Schweizerdolch. Beide sind in Chroniken über die Burgunderkriege gut sichtbar abgebildet.
Ein mächtiger Anderthalbhänder wird zusammen mit einem Dolch mit Messer und Pfriem den Krieger um 1530 zieren. Während die deutschen Landsknechte kurze Katzbalger trugen, sind Schweizer meist mit solch langen Schwertern abgebildet.
Zuletzt folgt ein Rapier mit Linkehanddolch für den Musketier um 1640. Im Gegensatz zu den früheren Dolchen wurde der Linkehanddolch gleichzeitig mit dem Rapier verwendet - in der linken Hand - um den gegnerischen Rapier zu blockieren.

  • 01_Kettenkragen
  • 02_Schweizer_Degen
  • 03_frueher_Schweizerdolch
  • 04_Anderthalbhaender
  • 05_Dolch_mit_Messer_und_Pfriem
  • 06_Rapier
  • 07_Linkehanddolch

Die ersten fertigen Figuren

Da die ersten drei Figuren komplett aufgestellt sind, haben wir sie für die abschliessende Fotosession herausgeputzt und einen drehbaren Untergrund mit einem doppeltem Galgen darüber installiert. Da die beiden Elemente sich um die gleiche Achse drehen, können die Figuren inklusive den aufgehängten schweren Teilen problemlos in verschiedene Blickwinkel gedreht werden. Nun werden die Figuren in extra angefertigten Transportboxen untergebracht bis es mit dem Aufbau im Museum losgeht.

Parallel geht es mit dem Aufbau von weiteren Figuren weiter. Das letzte Bild zeigt einen Füsilier um 1930. Diese Figur besteht - bis auf das Hemd - komplett aus angelieferten Originalteilen.

  • 01_Fotoshooting
  • 02_Aufhaengung
  • 03_Galgen
  • 04_Soldat_1930

Letzte Arbeiten im Jahr 2019

Gasmaskentasche 1918 Teil 2

Diese im Original so gut wie nicht mehr vorhandene Tasche für eine der ersten Gasmasken der Schweizer Armee ist nun fertig. Wie viele kopierten Objekte handelt es sich hier um eine nahezu identische Ausführung wie 1918. So sind die Materialien teilweise aus dieser Zeit und auch bei kleinen Details wie dem Karton wurde lange nach dem perfekten Material gesucht. Die Kartonschachtel, welche am Deckel noch eine kleine Tasche hat, ist mit dem Deckel der Tasche vernietet.

  • 01_Schachtel
  • 02_die_fertige_Tasche
  • 03_Taschendetail

Kampfanzug um 1975

Da für diese Figur die Originalstücke komplett zusammengetragen sind, haben wir sie aufgebaut. Dazu wurde zuerst die Position des Körpers definiert und so fixiert. Danach haben wir die Arme und Hände dem Gewehr angepasst. Da die Figur einen offenen Kragen hat, wurde der Kopf fix auf dem Torso gebaut und verspachtelt. Danach wurde Figur angezogen und Stück für Stück beladen; fast sämtliche Taschen sind mit Ausrüstungsgegenständen gefüllt.

  • 01_KAFAZ
  • 02_KAFAZ
  • 03_KAFAZ

Lederkoller und Ausrüstung zur Figur um 1640

Der Lederkoller ist bis auf einige Nähte im Futter komplett von Hand genäht. Das Oberteil ist mit Leinen gefüttert und mit einer Zierschnürung versehen. Geschlossen wird das Oberteil - wie bei einigen Originalen - mit Haken und Ösen. Das rund 3mm dicke sämisch gegerbte Hirschleder ist weich, elastisch und kräftig zugleich. 

  • 01_Haut
  • 02_Zuschnitt
  • 03_Zierschnuerung
  • 04_Futter
  • 05_Futter_Detail
  • 06_Lederkoller



Für die gleiche Figur konnten wir hochwertige Museums-Kopien herstellen lassen: Pulverbandlier mit Hanflunte, Gewehrstütze sowie Zündkrautfläschchen.

  • 02
  • 03
  • 04

 

Fortschritte in 3 Jahrhunderten

Harnisch um 1550

Die Renaissance-Zeit wird durch einen Schweizer Spiesser dargestellt. Längst nicht alle Schweizer Krieger konnten sich Rüstungsteile, geschweige denn eine ganze Rüstung leisten. Dieser Krieger trägt jedoch einen Harnisch mit Sturmhaube. Soeben sind die fertigen Teile bei uns eingetroffen.

  • Harnisch_1
  • Harnisch_2

Musketier um 1640

Neben der Hose ist nun auch der Wams kurz vor der Fertigstellung. Auch wenn davon schlussendlich unter dem Lederwams nur die Arme zu sehen sind, zeigt sich langsam das Erscheinungsbild der Figur. Wie auch die Hose wurde der grüne Wams mit viel Handarbeit nach Vorlagen und einem Schnitt aus dem 17. Jahrhundert gefertigt.

  • Wams_1
  • Wams_2
  • Wams_3
  • Wams_4

Bieler Soldat um 1790

Als erste Uniform aus dem 18. Jahrhundert haben wir mit der Uniform eines Bieler Milizsoldaten begonnen. Im 18. Jahrhundert hatten die meisten Schweizer Miliz-Truppen keine sehr detaillierten schriftlichen Vorgaben. Oft sind nur Farben von Stoff und Knöpfe oder kleine Details überliefert. Im Fall von Biel wird gar die französischen Uniform des Schweizer-Regiments von Eptingen als Vorlage erwähnt. So ist diese Rekonstuktion ein Versuch, möglichst Nahe an die schriftlichen Quellen und die zeitgenössischen Zeichnungen zu kommen.
Gilet und Hose sind bereits fertig, beim Justaucorps haben wir eine erste grobe Version erstellt. Davon können wir nun den gut sitzenden und vor allem auch zeitgenössischen Schnitt ableiten. 
Das Gilet ist nach einem zeitgenössischen Gilet aus unserer Sammlung gearbeitet. Viele der Kanten sind nur geschnitten und nicht vernäht, wie es auch bei zahlreichen Vorlagen der Fall ist. Den offenen Rücken haben wir von einem Berner Milizgilet übernommen. Diese praktische Option war auch bei eleganteren Gilets nicht unüblich, wobei dort die Schnürung aufwendiger verarbeitet wurde.
Auch die Hose ist nach einem Rococogilet aus unserer Sammlung kopiert und entspricht den Anweisungen des Französischen Reglements von 1786.

  • 01_Kniebundhose
  • 02_Kniebundhose
  • 03_Seitenansicht_Hose
  • 04_Gilet
  • 05_Gilettasche
  • 06_Gilet_Ruecken
  • 07_grober_Schnitt_Justaucorps

Ausrüstungsgegenstände

Neben kleinen Reparaturen und Änderungen an originalen Teilen jüngeren Datums haben wir wieder einige kleinere Rekonstruktionen angefertigt.

Feldflasche anfangs 19. Jahrhundert

Für den Berner Füsilier um 1816 haben wir eine Glasflasche mit Ziegenleder überzogen, damit sie an einer Kordel aufgehängt werden kann. Solche Flaschen waren damals weit verbreitet. Die Flasche ist nicht nach einer speziellen Vorlage ausgewählt worden, da sie persönlich angeschafft wurde. 

  • 01_Feldflasche
  • 02_eingenaehte_Feldflasche
  • 03_Feldflasche
  • 04_Feldflasche

Umbau Brotbeutel zur Handgranaten-Tasche

Als im zweiten Weltkrieg die Handgranaten mehr und mehr in Verwendung kamen, hat man durch den Umbau von Brotbeuteln der Kavallerie Ord. 1914 eine Tasche für 3 Handgranaten geschaffen. Diesen Umbau haben auch wir gemacht; durch die zwei angenähten Haken und Ösen entstehen drei Fächer.

  • 01_Umbau_Brotbeutel
  • 02_Umbau_Brotbeutel
  • 03_Handgranatentasche

Gasmaskentasche 1918

Diese Gasmaskentasche welche mit dem Blachenstoff-Tornister getragen wurde haben wir nach einem seltenen Original detailgetreu kopiert.
Die meisten Nähte der Tasche sind mit einer "französischen Naht" genäht. Bei dieser Doppelnaht werden die offenen Kanten durch eine zweite Naht eingenäht. Dies versäubert die Kanten und gibt der Tasche zusätzliche Festigkeit. Im Inneren der Stofftasche befindet sich eine Kartonschachtel an welcher wir noch arbeiten.

  • 01_die_erste_Naht
  • 02_die_zweite_Naht

weitere Schuhe

Von allen Teilen sind wir mit den Schuhen am weitesten fortgeschritten. Hier zwei weitere handgefertigte Modelle für einen Musketier um 1640 sowie einen Soldaten um 1740.

  • 1_Schuh-1640
  • 2_Schuh-1740

Aufbau

In den letzten Tagen und Wochen haben wir uns vermehrt um die Positionen und den Aufbau der Figuren gekümmert. 

Bei den ersten Versuchen wurde deutlich, dass die Figuren mit dem ganzen Gepäck und der Bewaffnung mehr Platz brauchen als geplant. Nach regem Austausch mit den Architekten konnten wir nun - zusammen mit dem Team des Museums - für jede Figur den Platz bestimmen, den jede Figur bekommt. Da das Ausstellungskonzept nun auch szenisch festgelegt ist, können wir mit dem Aufstellen und Anziehen der Figuren fortfahren.
Die Mannequins werden in Position gebracht und durch Stahlbänder fixiert. So ist gewährleistet, dass die Figuren auch nach vielen Jahren noch in der gleichen Position sind, auch wenn das Gewicht der Ausrüstung darauf einwirkt. Schwere Objekte werden zusätzlich aufgehängt.
Als nächstes füllen wir die Lücken in den Gelenken der Beine mit Ethafoam und ziehen eine Strumpfhose darüber, die um den Oberkörper gespannt wird. Dies fixiert einerseits die Ethafoam-Teile und ergibt eine gleichmässige Oberfläche. Andererseits sind die Ausstellungsstücke so vor den Kanten der Stahlbänder geschützt.

  • 01_Uebergaenge_stopfen
  • 02_fixierte_Strumpfhose


Die Arme unserer flexiblen Figuren werden nach der Positionierung mit Folie umwickelt, so dass die Form einem Arm entspricht. Für die Schulterpartie werden Ethafoam-Stücke zugeschnitten, damit auch die Schultern natürlich aussehen und der Haltung entsprechen.

Damit die Figuren die Waffen und sonstige Objekte natürlich in der Hand halten, werden die Hände geformt. Dazu werden die Kunststoff-Hände erhitzt und in Position gebogen.

  • 01_Hand_um_Form
  • 02_gestreckter_Zeigefinger
  • 03_Hand_am_Gewehr
  • 04_fertige_Handpositionen

Französischer Soldat um 1812

1793 bis 1815 war der Jura Teil von Frankreich. Diese Zeit wird durch einen französischen Linieninfanterist des 61. Regiments um 1812 dargestellt. Die Uniform und Ausrüstung haben wir in enger Zusammenarbeit in Frankreich bei Experten für französische Uniformen herstellen lassen. Einerseits konnten wir uns so auf die zahlreichen anderen Uniformen konzentrieren. Andererseits unterscheidet sich so die Uniform durch die Verwendung anderer Materialien und Techniken von den restlichen.

Das erste Bild zeigt einige der fixierten Figuren. Das zweite und dritte Bild zeigen den Franzosen mit dem Gewehr sowie mit der Uniform, jedoch noch ohne linken Arm und ohne Ausrüstung. Auf dem nächsten Bild ist das Loch zu sehen, welches wir leider in jeweils einen Schuh bohren müssen, damit die Figur am Boden fixiert werden kann.

  • 01_Figuren
  • 02_Figur_mit_Gewehr
  • 03_Figur_mit_Uniform
  • 04_Schuh_mit_Loch

Altes und Neues

Der Uniformteil im entstehenden Museum umfasst mittlerweile 28 Figuren. Die neueren Uniformen sind so gut wie vollständig angeliefert, so dass wir mit dem Aufbau begonnen haben. Auf dem ersten Bild ist beispielsweise die komplette Ausstattung für einen Füsilier um das Jahr 1995 bereit - nur das Sturmgewehr fehlt noch. Auf dem zweiten Bild sind die grössten Teile der Ausrüstung auf der Puppe zu sehen - ebenfalls noch ohne das richtige Sturmgewehr. Mit dieser Aufstellung kann gemessen werden, wie viel Platz die Figur einnimmt.

  • 1995_Fusilier
  • 2_1995_Test

Mantelrolle

Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der relativ grosse Mantel bei Nichtbenützung auf den Tornister geschnallt. Oft wurde er dafür auf die eine oder ander Art gerollt und so aufgeschnallt. Es gab jedoch auch Mantelsäcke aus Leinen, welche den Mantel schützten. Die noch elegantere Variante war die Mantelrolle. Sie musste im Kanton Bern (zu welchem der Jura damals gehörte) privat beschaffen werden. Wir haben für die Figuren 1852 und 1861 solche damals in der Schweiz weit verbreiteten Mantelrollen kopiert. Dabei war es gar nicht so einfach ein Original zu finden. Nachdem dies jedoch gelungen ist, haben wir uns an die Arbeit gemacht. 

Die Rolle an sich besteht aus einem zum Rohr gelöteten Weissblech (verzinntes Eisen). Auf beiden Seiten davon kommt eine Holzscheibe mit einer Nut, damit die Scheibe in der Röhre einrastet. Die Scheiben wurden mit einem Stück Uniformtuch beklebt, auf welchem analog zum Rockschoss das Abzeichen der jeweiligen Truppe aufgenäht war. Wir haben hier alle Details so nahe wie möglich an den Originalen verarbeitet, so dass auch der Stern mit naturbelassenem Leinenfaden angenäht ist. Darüber kommt einen blau gestreifter Leinenstoff, welcher auf beiden Seiten mit einer handgedrehten Leinenkordel zusammen gezogen wird, damit das Ganze zusammen hält.

  • 1_Seitenteile_Mantelrolle
  • 2_Mantelrolle_Einzelteile
  • 3_Mantelrolle

Tunika um 1350

Wir haben ein kurzes Video aufgenommen, welches die Entstehung einer Tunika um 1350 zeigt. Sie ist aus naturbrauner und -weisser Wolle hergestellt und wir von der frühsten Figur getragen. Hier ist die Verarbeitungsweise welche für dieses Projekt gewählt wurde gut zu sehen; die Nähte welche von aussen sichtbar sind, werden mit Leinenfaden von Hand genäht. Nähte bei denen der Stich von aussen nicht sichtbar ist, werden mit der Maschine genäht. Dies ist ein beliebter Kompromiss um einerseits Zeit zu sparen, andererseits das Aussehen möglichst authentisch zu belassen. Wo heute ein Steppstich die Naht flach hält oder die Kanten mit der Overlockmaschine fixiert werden, wird dies hier von Hand gemacht. Dies ist von aussen nur durch kleine Punkte sichtbar.
Mittlerweile ist die Tunika auch noch mit Leinen gefüttert.

sonstiges

Für die einen Krieger um das Jahr 1550 sind als erstes die Schuhe fertig geworden. In der Renaissance-Epoche war die Mode auffällige und ausladend, so auch die sogenannten Kuhmaulschuhe, welche auf dem ersten Bild zu sehen sind.

Die nächsten Bilder zeigen einen Berner Füsilier um 1816. Der Uniformfrack und die Hosen sind nun fertig, so dass wir die dazugehörige Ausrüstung zusammenstellen können. Hier geht es wiederum darum, den Platzbedarf zu messen, die Figur ist noch ohne Arme und nicht fertig eingerichtet. Der Füsilier trägt eine Patronentasche mit Bandelier, daran das Bajonett. Auf dem Tornister ist der Mantel aufgeschnallt.

  • 1_1550_Kuhmaulschuhe
  • 2_1816_Berner
  • 3_1816_Berner
  • 4_1816_Berner

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